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Sabine Schneider-Ott
Schon seit vielen Jahren bin ich der „Hundekrankheit“ verfallen, den speziellen „Boxervirus“ habe ich seit ca. 10 Jahren. Diagnose: Unheilbar.
Von Kindesbeinen an war ich für sämtliche Nachbarn die „Hundegassi-geherin“, einen eigenen Hund durfte ich nicht haben, aus heutiger Sicht waren meine Eltern äußerst Verantwortungsbewußt was die Tierhaltung angeht: „Wo kommt das Tier hin, wenn wir Urlaub machen, bist du als Teenager bereit Zeit etc. zu opfern?“. Meine Eltern wollten keinen Hund, richtig gefolgert: man kauft kein Tier für ein Kind! Damals konnte ich all das nicht verstehen, viele Tränen und Betteln nach dem eigenen Vierbeiner flossen. Vergeblich!
Mit 21 Jahren konnte ich mir dann den heiß ersehnten Wunsch erfüllen, im eigenen Häuschen zog „Blacky“ eine mittelgroße „Was-weiß-ich-Mix-Hündin“ bei mir ein. Ausgesetzt in einer Mülltonne, von Freunden gefunden, bei mir so glaub´ich hatte sie dann ein schönes Hundeleben.
Durch Sie entstand mein tieferes Interesse zum Wesen und Verhalten des Tieres, das man Hund nennt. Vornehmlich holte ich mein Wissen, durch andere Hundebesitzer und alles was es zum Thema Hund zum lesen gab.
Blacky starb mit knapp 10 Jahren durch einen tragischen Verkehrsunfall. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um mein Herz für einen anderen Hund zu öffnen. 1999 war es dann so weit, im Wiesbadener Kurier eine Anzeige Boxer-Labrador-Mixwelpen abzugeben. Mein Mann drängte mich dort anzurufen, gesagt, getan: wir fuhren dann mit einem bekannten Ehepaar die Hunde anschauen. Diesen Besuch werde ich nie vergessen: ein älteres Ehepaar im ländlich gelegenen Dorf, mitten im Wohnzimmer eine riesengroße Wurfkiste, uns freundlich wedelnd begrüssend eine staatliche gelbe Boxerhündin namens Lisa, in der Kiste vier rabenschwarze Babys, drei Jungs, ein Mädel. Ich hatte Respekt vor der Hündin und dachte: wie kannst du nur diese Zuckerschnauzen streicheln? Die Besitzerin schien dies zu bemerken und sagte: steigen sie ruhig in die Wurfkiste ein und knuddeln sie drauf los. Um mir keine Blöße vor meinem Mann und unseren Freunden zu geben, stieg ich tatsächlich in die Wurfkiste, mit einem Satz mir hinterher „Lisa“, mir blieb das Herz fast stehen, ich dachte: Lisa verteidigt jetzt ihre Welpen. Weit gefehlt, in allerbester Boxermanier sabberte sie auch mich freundlich ab, somit war alles besiegelt. Die kleine schwarze Hündin „Lea“ zog 3 Wochen später bei uns ein und ein kleiner Rüde „Mogli“ bei unseren Bekannten.
Nun musste ich mich ja über zwei Rassen schlau machen, Boxer und Labrador. Rassestandards wälzen, Charaktereigenschaften, Körperbau etc. Insgeheim entstand schon hier mein Wunsch irgendwann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, einmal zu züchten. Dieser Wunsch blieb aber noch für 6 Jahre in meinem Herzen.
Lea besuchte mit mir zwei Mal den Wiesbadener Jagdverein, wir haben an den Prüfungen erfolgreich teilgenommen. Mit ihr machte ich die ersten Schritte im Bereich Agility, wir besuchten hier den Anfänger und Fortgeschrittenen Kurs und ich trat 2000 dem Agility-Club
Wiesbaden bei.
Privat spielte Lea täglich mit ihrem Bruder Mogli und mit vielen anderen Hunden, leider verstarb Mogli mit 1 ½ Jahren durch einen tragischen Unfall. Lea trauerte sehr, kein anderer Hund interessierte sie mehr. Daher unser Entschluß zum Zweithund, ein reinrassiger Boxer sollte es nun sein, die Triebfeder mehr mein Mann (sein Vater hatte ganz, ganz früher einen Boxer). Von Vereinen, Dachverbänden keine Ahnung kauften wir uns bei einem nicht VDH Verein unseren Luke, nein Lea wählte ihn unter all seinen Geschwistern aus. Dies sollte sich im nachhinein als die beste Idee herausstellen, denn egal welche Schwierigkeiten auch immer Luke uns bereitete wir konnten immer sagen: Tja, wir können nichts dafür, Lea hat ihn ausgesucht.
Von nun an wurde ich zum Thema Boxer richtig gefordert, mutig , wachsam , schmusig, verletzlich, mit einem Wort eine Seele von Hund. Es gibt ein sehr schönens Buch mit dem Titel: „Boxer sind auch fast Menschen“ - dies trifft zu.
Mit Luke ging ich nun in die Hundeschule „Attentive Dog“ zu Sandra Körber, hier erfasste mich völlig der Welpenvirus, Aufzucht, Prägung und alles, was dazu gehört.
Ich besuchte Seminare bei namhaften Hundeschulen und Trainern, konnte meine erste Erfahrungen bei Sandra als Welpentrainerin machen.
2003 im März schauten mein Mann und ich aus Neugierde ein reinweissen Boxerwurf an, dazu muß man wissen: Weiss ist eine Fehlfarbe, weisse Boxer sind in FCI/VDH Vereinen nicht zur Zucht zugelassen. Daher die Neugierde was fällt an Farben bei einer Weiss/Weiss Verpaarung. Alle neun Welpen waren weiss, dummerweise verliebte ich mich beim „nur mal anschauen“ in einen Buben. Fünf Tage später zog Arnie bei uns ein.